Notes taken - traces left
I'm in constant disagreement with myself. But I cannot leave me.

( Bishkek Summer )
In other news:
Ich glaube, ich habe mein Herz endgültig an den Elfenbeinturm verloren.
Nächstes Semester das erste eigene Seminar, yay!

Landschaften fliegen versammeln sich lösen sich im nächsten Blinzeln wieder auf und wieder von vorn in aller Flüchtigkeit zarte Spuren hinter den Augenlidern hinterlassen sie eine Ahnung der Erinnerung in violett oder zwielichtem Blau und Töne hängen ihnen an widerstehen dem Wind nicht bis auf ein leises Klingeln das Echo von gestern oder letztem Jahr.
Und die Buchstaben auf dem Papier und dann in meinem Kopf tanzen wie ich oder wir im Herbstlaub auf der Suche nach dem nächsten Windstoß oder Traum alles von neuem wieder in Bewegung.
Laute formen sich die Farben und Töne und Buchstaben schon enthalten die atemlos auf ihren Ausbruch warten sich zu befreien machmal nachts im Schlaf während ich mir die Haare aus dem Gesicht streiche weil du mich durch das Dunkel betrachtest die Arme in die Höhe strecke und dir meine Erschöpfung an den Hals oder den heißen Körper werfe.
Alles und wir in allem und in uns fließen wir oder fliegen keinen Ursprung fliehend keinem Ziel entgegen außer der immer schon vergangenen Gegenwärtigkeit einer Landschaft die wir im Augenwinkel noch schemenhaft blassblau klingeln spüren - gestern oder letztes Jahr eben vor diesem Lidschlag.
Ich wurde ins Stipendienprogramm aufgenommen.
Das heißt, ich kann weitermachen. Wie glücklich ich bin!

( *** )
Und dann tritt das ein, woran schon keiner mehr geglaubt hat. Du und ich am wenigsten. Wirft mit lautem Gelächter und ein paar Tränen um sich und ein bezauberndes, spätsommerliches Licht auf vergangene und zukünftige Ereignisse.

Seit drei Wochen zurück aus Bishkek. Drei Wochen, in denen ich kaum vom Schreibtisch aufgeblickt habe, wenn es nicht wirklich wichtig war. Bis Ende September geht das noch so weiter.
Jetzt gerade bin ich so urlaubsreif, dass ich es am liebsten wie Ted Pikul machen und "eXistenZ is paused!" rufen würde. Aber da ich weiß, dass ihm das auch nicht geholfen hat, mache ich lieber weiter. In den kommenden zwei Wochen dann allerdings ohne Cronenberg. Das wird mir hoffentlich zu besserem Schlaf verhelfen.
Heute Nacht bin ich geflogen, das war sehr schön. Und Psychoanalyse ist ein Herrschaftsinstrument :)




Seit unserer Rückkehr ringe ich um Worte, die Zeit in einen Rahmen zu fassen, der über die probate Narration eines Projektberichtes hinausgeht und mehr von dem wiederzugeben imstande ist, was sich nicht in eine Abfolge bringen, nicht als Programmpunkt erläutern oder als Erlebnis berichten lässt. Vergeblich. Möglicherweise liegt es daran, dass wir bereits eine andere Form als den sprachlichen Ausdruck dafür gefunden haben. Womit sich wieder neue Fragen verknüpfen. Wir sind jedenfalls zurück, mit jeder Menge Interviewmaterial, mit Fotos und Geräuschen. Und mit gemischten Gefühlen, von denen das klarste wahrscheinlich ist, dort noch nicht fertig zu sein.Hier die Bilder der Ausstellung: http://taboo.kg/authors/full/1419.html
Und hier haben wir am Chui-Prospekt auf niedrigen Eingangstreppen gesessen, bevor wir Hand in Hand in das Verderben eines wunderschönen Sommerabends in Gestalt einer gekränkten Aktivistin schlenderten, von dem wir uns die nächsten zwei Tage erholen mussten. Vielleicht war das auch ein anderer Abend, aber ich denke nicht. Überhaupt ist es schön, mit dir Hand in Hand zu schlendern. Notfalls auch ins Verderben, aber das kommt ja eher nicht so oft vor.Was noch? Wir finden uns mitten im normalen Wahnsinn und zumindest ich am Rande des almodóvarschen Nervenzusammenbruchs. In den kommenden Monaten erwartet mich jede Menge Arbeit, über die ich einerseits sehr froh bin, weil sie unter anderem die Mitarbeit in einem Forschungsprojekt einschließt, die mich andererseits aber schon jetzt so unter Druck setzt, dass Panik droht. Und natürlich mache ich mir Vorwürfe, mich nicht genug um die Kinder kümmern zu können und versuche,meine akademischen Ambitionen vor mir selbst und all den guten Müttern dieser Welt zu rechtfertigen.
Ich bin, wie immer, abgebrannt, aber ganz zufrieden. Kann mir den Sonntagsbesuch im Café nicht verkneifen, habe bald schon wieder Geburtstag und denke an ein, zwei grandiose Abende, in deren Umarmungen sich jedesmal genussvoll und etwas atemlos die stille Melancholie des bevorstehenden Abschieds einschlich. Gerade genug, um alles in der Schwebe zu halten und nichts zu tun für das beste zu halten.
Dafür dies hier: http://zemfira.ru/img/afisha.jpg !!!
[Habe ich echt so lange nichts gepostet, dass ich mit dem neuen LJ-Cut nicht klarkomme? Der frisst nämlich meinen Eintrag]
проект "Лица Бишкека", 19.- 21.08.2011
Posted on 2011.08.10 at 19:42Current Location: Kyrgyzstan, Bishkek
у нас скоро выставка, приходите в гости все кто сможет, будем рады общению:
http://www.loft.kg/contacts/Летом 2011-ого года мы, Штефани Ройтер Закирова и Марат Закиров, попросили жителей Бишкека рассказать нам о своих буднях в этом городе, рассказать нам, как они представляют свое будущее и немного поделиться с нами «их» городом.
Со своей просьбой мы обратились к людям, которые активно связывают себя с городом, в котором они живут.
На контакт мы выходили через социальную сеть «Facebook», так как в ней мы видим пространство коммуникации и артикуляции, которое позволяет распознать новые измерения относительности. Понимая, что таким образом наш выбор охватывает достаточно определённую группу лиц, коротые пользуются этими коммуникационными стратегиями, наш проект не претендует на репрезентативность.
На чем нам хочется сделать гораздо больший акцент, так это уникальность переживаемого.
Этот город, как мы предполагаем, является местом, в котором представления, надежды и желания сгущаются и находят выражение в самых разных формах.
Отношения людей, практикуемые формы общности и связаная с этим планировка будущего – это попытки задать жизни какое-то направление.
Что касается содержания, то мы хотим открыть пространство, в котором мы могли бы следовать за рассказами и слышать, как люди в Бишкеке – в городском пространстве и в отношении к нему, – в диалоге с нами, представляют себе свою жизнь.
Нарратив и его инсценировка, равно как содержание и форма, не могут быть отделены друг от друга, но и не сливаются воедино. Поэтому мы хотим также обратить внимание и на то, что осталось несказанным, и на то, о чем мы не спросили.
Наш персональный интерес в этом проекте тесно связан с вопросами личного ориентирования, которое происходит из разных перспектив. Путешествие из Германии в Кыргызстан это одновременно и прибытие в чужую страну, так и возвращение на родину. И именно из-за разной локализации мы хотим вместе вступить в диалог.
Так как желающих участвовать оказалось гораздо больше, чем мы могли охватить в интервью, в заключительной выставке мы смогли представить лишь первые результаты нашего проекта, которое адресовано в том числе и тем, с кем из-за ограниченности во времени мы не смогли встретиться.
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Im August 2011 haben wir, Stephanie Reuter Zakirova und Marat Zakirov, Bewohner_innen von Bischkek gebeten, uns von ihrem Alltag in der Stadt zu berichten, uns zu erzählen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen und „ihre“ Stadt ein Stück weit mit uns zu teilen. Mit unserer Bitte haben wir uns an Menschen gewendet, die sich selbst in einen aktiven Bezug zu der Stadt setzen, in der sie leben.
Die Kontaktaufnahme verlief über das soziale Netzwerk „facebook“, da wir dort einen Artikulations- und Kommunikationsraum sehen, der neue Dimensionen der Relationalität erkennen lässt. Im Bewusstsein, somit eine bestimmte Gruppe von Menschen anzusprechen, die sich dieser Kommunikationsstrategien bedienen, erhebt unser Projekt keinerlei Anspruch auf Repräsentativität.
Was wir vielmehr hervorheben möchten, ist die Singularität des Erlebten.
Die Stadt, so vermuten wir, ist ein Ort, an dem sich Vorstellungen, Hoffnungen und Wünsche verdichten und in unterschiedlicher Form zum Ausdruck kommen.
Beziehungen, gelebte Formen von Gemeinschaft und die darauf bezogenen Zukunftsentwürfe sind Bemühungen, dem Leben eine Richtung zu geben.
Es geht uns also um Orientierung im weitesten Sinne.
Inhaltlich wollen wir einen Raum eröffnen, um den Spuren der Erzählungen zu folgen und zu hören, wie Menschen in Bischkek – im und in Relation zum urbanen Raum – im Dialog mit uns ihr Leben entwerfen.
Narration und ihre Inszenierung sind wie Inhalt und Form weder voneinander zu trennen noch gelangen sie zur Einheit. Deshalb wollen wir auch dem Beachtung schenken, was ungesagt bleibt und dem, wonach wir nicht gefragt haben.
Unser Interesse an diesem Projekt selbst ist eingebettet in Fragen persönlicher Orientierung, die aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven erfolgt. Die Reise aus Deutschland nach Kirgistan bedeutet sowohl Ankunft in einem fremden Land als auch Rückkehr in die Heimat. Aus dieser unterschiedlichen Verortung heraus wollen wir gemeinsam in einen Dialog treten.
Da die Teilnahmebereitschaft bei weitem unsere Interviewmöglichkeiten überstieg, sehen wir in der abschließenden Ausstellung eine Möglichkeit, auch diejenigen über die ersten Ergebnisse unserer Arbeit zu informieren, die wir aus Zeitgründen nicht zu einem Interview treffen konnten.

Dass ich angesichts des diesjährigen deutschen Sommers noch nicht in Depressionen verfallen bin, liegt daran, dass ich erstens keine Zeit dazu habe und zweitens die Gewissheit auf vier Wochen kirgisische Hitze.
Ein dritter Grund ist wahrscheinlich die ontologische Jetztzeit, die, mittlerweile zum geflügelten Wort geworden, dieser Tage am Leben rüttelt als wolle sie der Geschichtsschreibung fröhlich vor Augen führen, was sie alles verpasst. Oder einfach gutes Karma.
In Kirgistan warten 800 Leute auf uns. Viele Gespräche, Fotos und eine Ausstellung.
Wir wissen gar nicht, was wir tun, aber wir tun das mit Leidenschaft.
Und irgendwie ist es auch für mich ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen.
( *** )



